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Schulterschmerz. Was tun?

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Um zu verstehen, was bei Schulterschmerzen zu tun ist, muss verstanden werden, wie diese entstehen. Ich möchte an dieser Stelle über Verspannungen bzw. Schmerzen der Schulterrückseite sprechen, welche oft auch als Rückenschmerzen wahrgenommen werden können.

Problem: PC-Arbeit

Viel zu oft finden sämtliche Tätigkeiten ausschließlich vor dem Körper statt. PC-Arbeit, Haushaltsarbeit, handwerkliche Arbeit etc. Dies ist auch irgendwo logisch, sind unsere Augen nach vorn ausgerichtet sowie der Hauptbewegungsradius unserer Schulter auch.

Nichtsdestotrotz schränken wir uns zusätzlich ein. Ausgehend von einem abgestreckten Arm im 90° Winkel vor dem Körper nutzen wir im Alltag aktiv meist einen Radius von 30° nach oben und unten. Das entspricht einem aktiven Bewegungsradius von 60° plus hängen. Überlege selbst, wieviel Bewegungsradius das Schultergelenk normal zulässt.

Das wir heute nur einen Bruchteil des möglichen Bewegungsradius (häufig) nutzen, muss entsprechend mit einer Dysbalance einhergehen. Die permanente Arbeit vor dem Körper wartet mit 2 Hauptproblemen auf, die ich nachfolgend vereinfacht Darstellen will.

Schultern rollen nach vorn

Links: Nach vorn gerollte Schulter. Rechts: Normale Schulter
  1. Die Muskulatur auf der Rückseite der Schulter (die auch schmerzt) muss permanent arbeiten, um das Gelenk abzusichern, da die Arme ja frontal arbeiten, der Körper meist auch etwas vorgeneigt ist usw. Dabei ermüdet Sie und gibt nach, sodass die Schulter nach vorn einrollt. Obwohl die Muskulatur gestreckt ist, muss eine Spannung aufrechterhalten werden, um das Gelenk weiterhin abzusichern. Hier entsteht ein Signalschmerz, der uns eigentlich sagen soll: „Stopp, bitte hier entlasten!“ Nach einer Massage im schmerzenden Bereich geht es oft besser, allerdings nur kurzfristig.
  2. Das fasziale Gewebe passt sich dem Muster „Frontalarbeit“ an. Dies passiert auf zweierlei Wegen die sich gegenseitig begünstigen.

    Zum einen verliert das fasziale Gewebe an Elastizität, wenn es nicht regelmäßig im gesamten Bewegungsradius bewegt wird. Ein weniger elastisches Gewebe lässt im endgradigen Bereich natürlich weniger Spielraum zu, somit können wir hier auch von einer Verkürzung reden. Faszien verkürzen sich allerdings auch aktiv unter durch die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe auf Grund von Stressreaktionen des Körpers.

    Durch seltene abwechselnd große Bewegungen verklebt fasziales Gewebe auch miteinander. Dies ist eigentlich ein natürlicher Prozess, der durch das Rekeln immer wieder aufgebrochen wird. Leider verlernen wir dieses ausgiebige Rekeln, wie man es in der Tierwelt oder bei Kleinkindern beobachten kann. Dadurch wird die anfänglich nur wie hauchdünne Watte aussehende Verfilzung langsam immer dichter, bis es nicht mehr so einfach ist, diese durch einfaches Rekeln aufzubrechen. Im Gegenteil lässt diese Veränderung des Gewebes die Bewegung gar nicht mehr zu. Auch hier ein sich selbst verstärkender Prozess, wenn man nicht aufpasst.

Ausgleich schaffen.

Wie bereits gesagt, führt das Massieren der schmerzenden Stelle am Schulter/Rückenbereich nur für kurzfristige Entspannung. Um das ganze nachhaltig anzugehen, muss ein gewisser Ausgleich geschaffen werden. Dafür bedarf es drei Dinge:

  1. Entspannung der frontalen Strukturen durch z.B. Stretches.
  2. (Re-)Aktivierung der rückseitigen Strukturen.
  3. Vielfältige Bewegung der Schulter.
Entspannung der Front

Anleitung:

  1. Positioniere die die Hand auf Schulterhöhe an einer Wand/Tür/Rahmen.
  2. Mach einen kleinen Schritt nach vorn.
  3. Versuche den Ellbogen aktiv nach vorn zu bewegen.
  4. Die Hand bleibt bei all dem an der Ausgangsposition.
  5. Wiederhole dies auf beiden Seiten.
  6. Versuche durch Minibewegungen den optimalen Stretch zu finden.
Aktivierung der Rückseite

Last but not least: Vielfältige Bewegung der Schulter:

Bewegung sorgt für Auflockerung, verbesserte Durchblutung sowie indirekt auch schon für das unter Punkt 1 und 2 genannte, sofern die Bewegung vielfältig groß, entspannt und oft geschieht. Im einfachsten Fall ist das Arme und Schultern Kreisen, ggf. an einer Stange (aktiv und passiv) hängen oder anderweitige Rotationsbewegungen in verschiedenen Winkeln.

Übrigens: Mit diesen Maßnahmen wird sich die Körperhaltung sichtbar verbessern, da gerade die nach vorn eingerollten Schultern mit verantwortlich sind für den Rundrücken.

Mehr über Faszien und Faszientherapie erfahren.

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